Leitfaden

Website programmieren lassen: Ablauf, Plattformwahl und Übergabe

Was zwischen der Übergabe eines Designs und der fertigen Website passiert — und welche Fragen sich in jeder Phase lohnen.

Wer eine Website programmieren lassen will, übergibt meist ein Design, wartet ein paar Wochen und bekommt eine Website zurück. Was dazwischen passiert, ist eine Blackbox. Das geht gut, bis etwas schiefläuft: die Seite ist langsam, das Anfrageformular stellt die Arbeit ein, der Entwickler ist nicht erreichbar, oder ein neuer Entwickler öffnet die Dateien und sagt, man müsse alles neu bauen.

Dieser Leitfaden öffnet die Box. Er erklärt, was Webentwicklung tatsächlich umfasst, in der Reihenfolge, in der es passiert, und was Sie an jedem Punkt bekommen sollten. Programmieren lernen Sie hier nicht. Aber Sie können danach die richtigen Fragen stellen und die Antworten einordnen, die Sie beunruhigen sollten.

Design und Entwicklung sind zwei Berufe

Design entscheidet, wie die Seite aussieht und wie sie aufgebaut ist. Entwicklung macht daraus eine Website, die Ihre Besucher tatsächlich laden können.

Beides zählt, und meist machen es verschiedene Personen. Ein schönes, schlecht gebautes Design ist langsam und bricht auf dem Handy. Eine gut gebaute Seite mit schwachem Design lädt schnell und bringt trotzdem keine Anfragen. Wer noch beim Design steht: unser Leitfaden zu Webdesign für kleine Unternehmen deckt diesen Teil ab.

Woraus eine Website besteht

Drei Sprachen erledigen fast alles im Browser Ihrer Besucher. Ein Haus ist das einfachste Bild dafür.

SpracheAufgabeIm Haus
HTMLInhalt und Struktur: Überschriften, Absätze, Bilder, Links, FormulareWände, Räume, Türen
CSSDas Aussehen: Farben, Schrift, Abstände, Layout, Verhalten auf dem HandyFarbe, Fliesen, Möbel
JavaScriptAlles, was reagiert: Menüs, Slider, Formularprüfung, FilterStrom und Wasser

Eine klassische Unternehmensseite braucht viel von den ersten beiden und wenig vom dritten. Probleme entstehen, wenn eine Seite große Mengen JavaScript lädt, um Dinge zu tun, die HTML und CSS allein könnten. Das ist der häufigste Grund, warum moderne Seiten auf einem Mittelklasse-Handy träge wirken.

Baukasten, WordPress oder programmieren lassen?

Diese Entscheidung prägt alles Weitere, und sie sollte davon abhängen, wie die Seite genutzt wird — nicht davon, was der Entwickler am liebsten mag.

Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace)WordPressHandprogrammiert
Passt zuErste Seite mit sehr kleinem BudgetSeiten, die Ihr Team oft ändert, Blogs, ShopsSeiten, die Tempo und Kontrolle brauchen und selten geändert werden
TempoDurch die Plattform begrenztHängt stark vom Aufbau abAm schnellsten, es lädt nur, was genutzt wird
Selbst bearbeitenEinfachEinfach, wenn sauber gebautLäuft meist über Ihren Entwickler
Laufende KostenAbo, steigt mit FunktionenHosting plus eventuelle Plugin-LizenzenNur Hosting
EigentumAbo beenden heißt Seite wegIhnen, überallhin umziehbarIhnen, überallhin umziehbar

Unsere Faustregel ist einfach. Wollen Sie Texte und Bilder selbst ändern: WordPress. Brauchen Sie nur gelegentlich Änderungen: handprogrammiert, schneller und günstiger im Betrieb, Änderungen übernehmen wir.

Brauchen Sie React?

React, Vue und Next.js tauchen in vielen Angeboten auf. Es sind gute Werkzeuge — gebaut für Anwendungen: Dashboards, Buchungssysteme, Portale, alles, wo sich der Bildschirm ständig ändert, während jemand arbeitet.

Eine Imageseite ist das nicht. Ein Framework zu laden, um acht Seiten Text und Bilder anzuzeigen, heißt viel JavaScript auszuliefern, damit der Browser eine Seite zusammenbaut, die auch einfaches HTML hätte sein können. Langsamer für den Besucher, teurer in der Pflege.

Wenn also ein Angebot für eine sechsseitige Firmenseite React vorsieht, fragen Sie warum. Es kann gute Gründe geben. „Das ist modern" ist keiner.

Die vier Phasen

  1. EinrichtungRepository, Staging-Link und Hosting eingerichtet — Sie sehen den Aufbau ab Tag eins.
  2. BauenSeite für Seite, beginnend mit den wiederkehrenden Vorlagen.
  3. TestenEchte Geräte, echte Formulare, echte Messwerte — kein verkleinertes Browserfenster.
  4. LaunchDNS umgestellt, Weiterleitungen aktiv, Analytics verbunden, alles übergeben.

Phase 1: Einrichtung

Drei Dinge entstehen, bevor eine einzige Seite geschrieben wird.

Ein Repository. Dort liegt der Code, mit der vollständigen Historie jeder Änderung. Das ist wichtiger, als es klingt: Eine Änderung, die etwas kaputt macht, lässt sich in Sekunden zurücknehmen, zwei Entwickler können arbeiten, ohne sich zu überschreiben, und bei einem späteren Wechsel erbt der Nachfolger die gesamte Historie statt eines Ordners mit Dateien namens final-v3-neu. Bestehen Sie darauf, dass das Repository unter Ihrem eigenen Konto liegt.

Ein Staging-Link. Eine private Adresse, unter der die Seite entsteht und unter der später jede Änderung getestet wird, bevor sie Ihre Kunden erreicht. Sie sollten ihn ab Tag eins öffnen können.

Hosting. Für deutsche Besucher ist ein Server in Deutschland oder der EU sinnvoll — kürzere Wege, und datenschutzrechtlich die einfachere Variante. Das Konto läuft auf Ihren Namen.

Phase 2: Bauen

Gute Entwickler bauen zuerst die gemeinsamen Teile — Kopfzeile, Footer, Buttons, Formulare —, dann die Seitenvorlagen, dann die Inhalte. So verändert eine Anpassung am Button-Stil alles auf einmal, statt in fünfzehn Dateien kopiert zu werden.

  • Semantisches HTML. Das passende Element für die passende Aufgabe. Screenreader hängen davon ab, Google versteht die Seite dadurch besser.
  • Responsives Layout. Ein Satz Seiten, der vom Handy bis zum großen Monitor funktioniert.
  • Bilder richtig behandelt. Komprimiert, passend skaliert, in modernem Format, mit gesetzten Maßen, damit die Seite beim Laden nicht springt.
  • Barrierefreiheit von Anfang an. Tastaturbedienung, sichtbarer Fokus, ausreichender Kontrast, beschriftete Formularfelder. Nachträglich kostet das ein Vielfaches — und für viele öffentliche und größere Anbieter ist es inzwischen ohnehin Pflicht.

Formulare: der Teil, der leise ausfällt

Das Anfrageformular ist das Wertvollste auf den meisten Unternehmensseiten und das, was am häufigsten kaputt ist. Typische Fehler: Mails landen im Spam, keine Bestätigung für den Absender, kein Spamschutz, und niemand testet nach dem Launch.

Ein Formular sollte Eingaben prüfen, vor Spam schützen, zuverlässig zustellen, dem Besucher bestätigen, dass es geklappt hat — und vor dem Launch vom Handy aus über Mobilfunk getestet werden. Und: Ein Formular, das personenbezogene Daten erhebt, braucht einen Datenschutzhinweis und darf nur die Felder abfragen, die wirklich nötig sind.

Phase 3: Testen

Im verkleinerten Desktop-Browser zu testen ist kein Test. Echte Handys verhalten sich anders: andere Schriften, andere Tastaturen, langsamere Prozessoren, unzuverlässige Verbindungen.

  • Jede Seite auf mindestens einem Android-Gerät, einem iPhone und einem Tablet.
  • Jedes Formular mit einer echten Absendung an das echte Postfach.
  • Jeder Link und Button, inklusive Telefon- und WhatsApp-Links.
  • Ladezeit in PageSpeed Insights auf der mobilen Ansicht, über eine normale Verbindung. Wir zielen auf 90+.
  • Tastaturbedienung durch die gesamte Seite, mit sichtbarem Fokus.
  • Titel, Beschreibungen und Überschriften, damit die Seite ab Tag eins suchmaschinenfertig ist.

Phase 4: Launch und Übergabe

Der Launchtag besteht vor allem aus Technik: Domain auf das neue Hosting zeigen lassen, SSL-Zertifikat einrichten, Analytics und Search Console verbinden, Sitemap einreichen, erstes Backup.

Wenn Sie eine bestehende Seite ersetzen, ist eine Aufgabe wichtiger als alle anderen: Weiterleitungen. Jede alte Adresse muss per 301 auf ihr neues Gegenstück zeigen. Wird das vergessen, landen alle Links aus Google, von anderen Websites und aus Ihren eigenen alten E-Mails auf einer Fehlerseite. Jahre an Sichtbarkeit können an einem Tag verschwinden — vermeidbar mit einem Nachmittag sorgfältiger Arbeit.

Zur Übergabe gehören: das Repository unter Ihrem Konto, alle Zugänge auf Ihren Namen, eine kurze Dokumentation, ein Einführungsvideo für Ihr Team und eine klare Aussage, was danach im Support enthalten ist.

Wem gehört was

Klären Sie das schriftlich, bevor die Arbeit beginnt. Drei Fragen:

  1. Laufen Domain, Hosting und Repository auf mein Unternehmen? Die Antwort sollte Ja lauten, ab Tag eins.
  2. Was nehme ich mit, wenn wir uns trennen? Die Antwort sollte alles sein: Code, Inhalte, Zugänge, Historie.
  3. Kann ein anderer Entwickler das übernehmen? Also: Ist der Code dokumentiert und auf Standardtechnik gebaut?

Wer bei einer dieser Fragen zögert, sagt Ihnen damit etwas Nützliches.

Was kostet es, eine Website programmieren zu lassen?

Unsere Webentwicklung startet bei 790 € zzgl. MwSt., eine typische Seite dauert zwei bis drei Wochen. Was den Preis bewegt:

  • Eigenständige Seitenlayouts, nicht die Seitenzahl. Zwanzig Seiten mit drei Vorlagen sind deutlich günstiger als acht Seiten, die alle anders aussehen.
  • Funktionen: Terminbuchung, Zahlungen, Logins, Mehrsprachigkeit, Live-Suche.
  • Schnittstellen zu Systemen, die Sie bereits nutzen.
  • Inhalte. Fertig geliefert oder erst zu erstellen.
  • Zeitdruck. Drei Wochen in eine zu pressen kostet mehr und sieht man meist.

Warnsignale in einem Angebot

  • Kein Staging-Link und keine Möglichkeit, den Fortschritt zu sehen.
  • Domain oder Hosting „der Einfachheit halber" auf den Namen des Dienstleisters.
  • Ein Framework für eine einfache Imageseite, ohne Begründung.
  • Keine Erwähnung von Weiterleitungen beim Ersetzen einer bestehenden Seite.
  • Ein Preis ohne Seitenliste und ohne Korrekturgrenze.
  • Keine Antwort auf „Was, wenn ich in sechs Monaten eine Änderung brauche?"

Wenn Sie ein Design bereit haben, eine alte Seite ersetzen wollen oder einfach eine zweite Meinung zu einem Angebot suchen: Anfrage senden. Antwort am selben Werktag, mit grobem Preis, Zeitrahmen und einer ehrlichen Einschätzung, ob Sie überhaupt eine individuelle Umsetzung brauchen.

Häufige Fragen

Wenn Sie Texte und Bilder selbst ändern wollen, bauen wir es mit WordPress. Bei nur gelegentlichen Änderungen ist eine handprogrammierte Seite schneller und günstiger im Betrieb, und wir übernehmen die Änderungen.

Nur wenn ein Projekt es wirklich braucht, etwa ein Dashboard oder eine Webanwendung. Eine Imageseite braucht es nicht — es würde sie nur langsamer machen.

Ihnen, vollständig, ab dem ersten Commit. Er liegt in einem Repository unter Ihrem Konto, zusammen mit Domain, Hosting und allen Zugängen.

Zwei bis drei Wochen, sobald Design und Inhalte bereitstehen. Fehlende Inhalte sind der häufigste Grund für Verzögerungen.

Das NeoWorld-Team

Geschrieben von den Designern, Entwicklern und Marketern bei NeoWorld. Wir bauen Websites, Onlineshops und Apps für Unternehmen in Deutschland — und halten sie danach schnell und sicher.

Sie haben ein Projekt im Kopf?

Schreiben Sie uns ein paar Zeilen dazu. Sie erhalten am selben Werktag eine Antwort mit grobem Preis und Zeitrahmen.

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