Wer eine Homepage erstellen lassen will, hat meist ein Ziel vor Augen und wenig Vorstellung davon, was dazwischen passiert. Dabei hat eine Unternehmenswebsite nur eine Aufgabe: aus einem Fremden eine Anfrage zu machen. Alles andere — Farben, Animationen, der clevere Slogan — zählt nur, wenn es dabei hilft. Die meisten Seiten, die wir überarbeiten sollen, scheitern nicht daran, dass sie schlecht aussehen. Sie sehen ordentlich aus und sorgen trotzdem nicht dafür, dass das Telefon klingelt.
Dieser Leitfaden zeigt, wie eine gute Unternehmenswebsite entsteht, vom ersten Briefing bis zu den Dateien, die Sie am Ende bekommen — und was es kostet, eine Homepage erstellen zu lassen. Er folgt den vier Phasen, die wir bei individuellem Webdesign durchlaufen: Briefing, Wireframe, visuelles Design, Übergabe. Ob Sie mit uns, einer Agentur oder einem Freelancer arbeiten — Sie wissen danach, wonach Sie fragen müssen.
Was „gutes Design" für ein kleines Unternehmen bedeutet
Für eine Marke wie Apple heißt Design, Gefühle auszulösen. Für eine Physiotherapiepraxis in Köln oder eine Steuerkanzlei in Leipzig heißt es, drei Dinge in wenigen Sekunden klarzumachen:
- Was Sie machen, in den Worten Ihrer Kunden.
- Warum man Ihnen vertrauen sollte — Bewertungen, echte Fotos, wie lange es Sie schon gibt, für wen Sie gearbeitet haben.
- Was als Nächstes zu tun ist: anrufen, schreiben oder ein kurzes Formular ausfüllen.
Wenn ein Besucher auch nur eines davon erst suchen muss, hat das Design seine Aufgabe verfehlt, egal wie schön es ist.
Die vier Phasen eines Webdesign-Projekts
- BriefingZiele, Kunden, Wettbewerb und Inhalte geklärt, bevor jemand ein Designprogramm öffnet.
- WireframeGraue Kästen zeigen Struktur und Priorität. Hier ist Ändern billig.
- Visuelles DesignFarbe, Typografie, Bildsprache auf eine freigegebene Struktur angewendet.
- ÜbergabeAlle Dateien, Schriften und Assets, bereit für die Umsetzung.
Eine Phase zu überspringen spart keine Zeit. Es verschiebt die Diskussionen nur nach hinten, wo sie mehr kosten.
Phase 1: Das Briefing
Ein gutes Briefing ist ein kurzes Dokument, meist zwei Seiten, das die Fragen beantwortet, die ein Designer sonst raten müsste. Wenn jemand anfängt zu entwerfen, ohne die meisten davon zu stellen, seien Sie vorsichtig.
- Was soll die Website erreichen? „Mehr Anfragen für Badsanierung im Raum Stuttgart" ist ein Ziel. „Ein moderner Online-Auftritt" ist keins.
- Wer sind Ihre besten Kunden? Alter, Region, was sie beschäftigt, wie sie Sie bisher finden.
- Wer ist Ihr Wettbewerb, und welche dieser Seiten gefallen Ihnen — oder gefallen Ihnen ausdrücklich nicht?
- Was haben Sie schon? Logo, Farben, Fotos, Referenzen, vorhandene Texte.
- Was muss die Seite können? Termine annehmen, eine Preisliste zeigen, Anfragen sammeln, einen Blog führen?
- Wer pflegt die Seite später, und wie oft?
Die letzte Frage entscheidet viel. Eine Seite, die Ihr Team wöchentlich ändert, wird anders gebaut als eine, die sich zweimal im Jahr ändert.
Wie viele Seiten brauchen Sie wirklich?
Weniger als Sie denken, aber mehr als eine. Den meisten lokalen Unternehmen reichen sechs bis acht Seiten:
| Seite | Ihre Aufgabe |
|---|---|
| Startseite | Sagen, was Sie für wen machen, Vertrauen aufbauen und zur richtigen Leistung führen |
| Über uns | Gesichter und eine Geschichte hinter das Unternehmen stellen |
| Zwei bis drei Leistungsseiten | Eine Seite je Hauptleistung, jede für sich bei Google auffindbar |
| Referenzen | Fotos, Projekte, Vorher-Nachher. Belege schlagen Adjektive. |
| Kontakt | Telefon, Formular, Karte, Zeiten. Sonst nichts, was ablenkt. |
| Impressum & Datenschutz | In Deutschland Pflicht, nicht optional |
Der häufigste Fehler: alle Leistungen auf eine einzige Seite packen. Das wirkt aufgeräumt, bedeutet aber, dass keine dieser Leistungen bei Google ranken kann.
Phase 2: Erst Wireframes
Ein Wireframe ist das nackte Layout einer Seite in grauen Kästen: keine Farben, keine Fotos, keine Schriften. Es beantwortet eine einzige Frage: Steht das Richtige an der richtigen Stelle?
Es fühlt sich seltsam an, dafür zu bezahlen, weil es unfertig aussieht. Tatsächlich ist es die wertvollste Phase, weil das Ändern eines grauen Kastens Minuten dauert und das Ändern eines fertigen Designs Tage. Hier werden auch die meisten Diskussionen früh entschieden.
Beim Prüfen ignorieren Sie das Aussehen und fragen:
- Erkenne ich in fünf Sekunden, was dieses Unternehmen macht?
- Ist die wichtigste Aktion auf dem Handy ohne Scrollen sichtbar?
- Beantwortet jeder Abschnitt eine Frage, die ein Kunde tatsächlich hätte — in der Reihenfolge, in der er sie hätte?
- Steht hier etwas nur, weil „Websites das eben haben"?
Phase 3: Visuelles Design
Farbe
Ausgangspunkt sind Ihre Markenfarben. Dazu kommen ein oder zwei Neutraltöne für Text und Flächen und eine kräftige Akzentfarbe für Buttons und Links. Kontrast zählt mehr als Geschmack: hellgrauer Text auf Weiß wirkt in einer Präsentation elegant und ist auf dem Handy in der Sonne unlesbar.
Typografie
Ein oder zwei Schriften, konsequent eingesetzt. Fließtext mindestens 16 Pixel auf dem Handy, mit großzügigem Zeilenabstand. Schriften beeinflussen auch die Ladezeit, ein Designer sollte also wissen, wie viele Schriftdateien die Seite lädt.
Ein Hinweis, der in Deutschland wichtig ist: Google Fonts direkt von Googles Servern zu laden, überträgt die IP-Adresse Ihrer Besucher. Es gab dazu Abmahnungen. Wer auf Nummer sicher gehen will, bindet die Schriften lokal ein — technisch eine Kleinigkeit, wenn man von Anfang an daran denkt.
Fotos
Hier verlieren die meisten Unternehmensseiten ihre Persönlichkeit. Dasselbe Stockfoto mit lächelnden Menschen am Laptop steht auf Tausenden Seiten. Echte Fotos von Ihrem Team, Ihrer Werkstatt, Ihrer Praxis oder fertigen Projekten — auch mit einem guten Handy bei Tageslicht aufgenommen — schaffen deutlich mehr Vertrauen.
Zuerst fürs Handy entwerfen
Schauen Sie in Ihre eigenen Zahlen. Bei den meisten lokalen Unternehmen kommt die Mehrheit der Besucher über das Handy, oft unterwegs, oft nebenbei. Mobile-first heißt, mit diesem kleinen Bildschirm anzufangen und nach außen zu arbeiten — nicht, ein Desktop-Design zu schrumpfen.
- Tippflächen groß genug für einen Daumen, mit Abstand dazwischen.
- Ein Anruf-Button, der immer erreichbar ist.
- Kurze Absätze und klare Überschriften.
- Keine Pop-ups, die sofort den Bildschirm zudecken.
- Formulare mit so wenigen Feldern wie möglich und der passenden Tastatur je Feld.
Was auf die Startseite gehört
Der obere Bereich braucht eine Überschrift, die sagt, was Sie wo machen, einen erklärenden Satz, einen Button und einen Beleg: eine Bewertung, ein Kundenlogo, eine Zahl. Mehr nicht. Rotierende Slider sind das, was wir am häufigsten entfernen, weil praktisch niemand auf Bild zwei wartet.
Darunter funktioniert meist diese Reihenfolge: Ihre Leistungen mit je einer Zeile, warum gerade Sie (konkrete Gründe, nicht „Qualität und Vertrauen"), Belege, ein kurzer Ablauf der Zusammenarbeit, abschließender Aufruf zur Kontaktaufnahme. Die Überschrift „Herzlich willkommen auf unserer Website" sollte nie erscheinen.
Ladezeit ist eine Design-Entscheidung
Viele behandeln Tempo als technisches Nachspiel. Tatsächlich wird es im Design entschieden. Ein bildschirmfüllendes Hintergrundvideo, sechs Webfonts und zwanzig hochauflösende Fotos auf der Startseite machen jede Seite langsam, egal wie gut sie programmiert ist.
Deshalb sollten Design und Umsetzung von Tag eins miteinander reden. Das Design muss in saubere, schnelle Webentwicklung übersetzt werden, und manche Ideen, die in der Designdatei großartig aussehen, sind teuer zu bauen und langsam zu laden.
Phase 4: Übergabe
Am Ende der Designphase sollten Sie erhalten:
- Die vollständigen Designdateien, etwa in Figma, mit jeder Seite und ihrer mobilen Fassung.
- Das Designsystem: Farben, Schriftstile, Buttons, Formularfelder, Abstände.
- Alle Assets exportiert und sinnvoll benannt.
- Schriftnamen und Lizenzangaben, damit Ihr Entwickler sie rechtssicher einsetzt.
- Notizen zu Interaktionen: was sich beim Hover ändert, was aufklappt, was animiert.
Was kostet es, eine Homepage erstellen zu lassen?
Ein fokussiertes Webdesign für ein kleines Unternehmen dauert ein bis zwei Wochen, abhängig davon, wie schnell Feedback kommt. Unser Design startet bei 490 € zzgl. MwSt. Design und Umsetzung zusammen beginnen bei 790 € zzgl. MwSt. für bis zu sechs Seiten, inklusive individuellem Design, mobilen Layouts, Kontaktformular, Domain mit einem Jahr Hosting und Basis-Onpage-SEO.
Der Preis steigt mit der Zahl eigenständiger Seitenlayouts, individuellen Illustrationen, Textarbeit und Sonderfunktionen wie Terminbuchung oder Shop. Lassen Sie sich einen schriftlichen Leistungsumfang geben, der Seiten, Korrekturrunden und Lieferumfang auflistet.
Wie Sie ein Design prüfen, bevor Sie freigeben
- Fünf-Sekunden-Test. Zeigen Sie die Startseite jemandem fünf Sekunden lang, dann verdecken. Was macht dieses Unternehmen? Keine Antwort heißt: Überschrift überarbeiten.
- Daumen-Test. Mobiles Design auf dem eigenen Handy öffnen. Erreichen Sie den Kontakt-Button einhändig?
- Kneif-Test. Augen zusammenkneifen, bis alles verschwimmt. Was am stärksten heraussticht, sollte das sein, was geklickt werden soll.
Fehler, die wir am häufigsten reparieren
- Designs, die am großen Monitor freigegeben und nie auf dem Handy geprüft wurden.
- Drei Button-Stile und vier Blautöne über die Seite verteilt.
- Kontaktdaten nur im Footer versteckt.
- Allgemeine Behauptungen statt konkreter Belege.
- Fehlendes oder unvollständiges Impressum.
- Kein Gedanke daran, wer die Seite nach dem Launch pflegt.
Wenn Sie eine neue Seite oder einen Relaunch planen und eine zweite Meinung zu dem möchten, was Sie haben: Anfrage senden. Sie bekommen am selben Werktag eine Antwort mit grobem Preis, Zeitrahmen und dem, was wir zuerst ändern würden.